Wer Azure als Vertragsheimat hat und Claude von Anthropic einsetzen möchte, ist bislang oft an derselben Frage hängengeblieben: Läuft das wirklich auf Azure-Infrastruktur, oder telefoniert die Anfrage am Ende doch nach draußen zu Anthropic? Und wenn ja - wer ist dann eigentlich für die Daten verantwortlich, Microsoft oder Anthropic? Seit der Public Preview im November 2025 kursierten dazu widersprüchliche Aussagen, und einige davon waren zum Zeitpunkt, als sie geschrieben wurden, sogar korrekt.
Mit der allgemeinen Verfügbarkeit (General Availability, GA) von Claude in Microsoft Foundry hat sich das geändert - nicht überall zum Positiven für EU-Kunden, aber deutlich klarer, als es die Preview-Phase war. Dieser Artikel ordnet ein, was Claude in Microsoft Foundry heute technisch, vertraglich und abrechnungstechnisch bedeutet: die zwei Hosting-Varianten, wer in beiden Fällen Ihr Datenverarbeiter ist, wie die Abrechnung über Claude Consumption Units funktioniert - und an welchen drei Stellen Azure-Kunden aktuell noch an Grenzen stoßen.
Was bedeutet GA für Claude in Microsoft Foundry?
Claude Sonnet 4.5, Haiku 4.5 und Opus 4.1 waren seit dem 18.11.2025 (Ignite 2025) als Public Preview in Microsoft Foundry - warum Azure AI Foundry heute Microsoft Foundry heißt - verfügbar, zunächst ausschließlich im Global-Standard-Deployment, mit US Data Zone als angekündigtem Nachzügler. Anthropic beschrieb die Preview als Serverless-Deployment, bei dem Anthropic die Infrastruktur betreibt; eine ausgewiesene Azure-native Hosting-Option war zu diesem Zeitpunkt nicht dokumentiert.
Am 29.06.2026 hat Microsoft im Azure-Blog die allgemeine Verfügbarkeit („Claude in Microsoft Foundry is now generally available”) bekannt gegeben. Der Kern der Ankündigung: Es gibt seither eine Hosting-Option, bei der die Modelle auf Azure-Infrastruktur laufen - Microsoft nennt dafür explizit „NVIDIA Blackwell Ultra systems, connected by InfiniBand networking”. Der Zugriff erfolgt über die Anthropic-Messages-API inklusive Prompt Caching, Extended Thinking und Tool Streaming. Kunden können seitdem zwischen Global und US Data Zone wählen - für Teams mit Datenresidenz-Anforderungen zumindest innerhalb der USA relevant.
Kurz zusammengefasst: Seit GA dokumentiert Microsoft für „Hosted on Azure” tatsächlichen Betrieb auf Azure-Infrastruktur - inklusive Request-Ingress, API-Services und GPU-Inferenz. Das ist die zentrale Neuerung, die Sie als Azure-Kunde mitnehmen sollten, bevor Sie mit dem Rest weitermachen.
Hosted on Azure oder Hosted on Anthropic: die zwei Hosting-Varianten
Microsoft Foundry bietet Claude in zwei Varianten an, die im Portal als „Version 1” und „Version 2” auftauchen (Stand: August 2026):
- Hosted on Anthropic infrastructure (Version 1): Die Modelle laufen auf Anthropics eigener Infrastruktur, außerhalb von Azure.
- Hosted on Azure (Version 2): Die Modelle laufen End-to-End auf Azure-Infrastruktur und sind vollständig GA. Im Portal ist diese Variante beim Deployment mit Standardeinstellungen der Default.
Der Punkt, der in vielen Sekundärquellen untergeht: In beiden Varianten ist Anthropic Ihr Datenverarbeiter - nicht Microsoft. Microsoft dokumentiert es wörtlich so: Anthropic ist „the seller and operator of Claude models in Microsoft Foundry” und agiert für Prompts und Outputs als „independent data processor”. Ein etwaiges SLA stellt laut Microsoft ebenfalls Anthropic als Betreiber („Anthropic is the operator and provides any SLA”), nicht Microsoft; der Support-Weg läuft zwar über Microsoft Support, aber vertraglich sind Claude-Modelle in Foundry als „Non-Microsoft Products” eingeordnet. Wenn Sie also für Ihre Datenschutz-Dokumentation prüfen, mit wem Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) brauchen: Das ist Anthropic, unabhängig davon, ob Sie „Hosted on Azure” oder „Hosted on Anthropic” wählen. Rechtliche Details dazu - inklusive der Frage, was ein AVV mit Anthropic konkret abdeckt - sind Thema eines eigenen Artikels; dieser Text ordnet nur die technische und vertragliche Ausgangslage ein und ersetzt keine Rechtsberatung.
Was sich zwischen den beiden Varianten unterscheidet, ist, wo die Verarbeitung physisch stattfindet:
Bei „Hosted on Azure” werden Ihre Prompts und Outputs auf Azure-Infrastruktur verarbeitet - inklusive Request-Ingress, API-Services und GPU-Inferenz. Daten at rest liegen in der von Ihnen gewählten Azure-Geografie, die Verarbeitung ist auf die verfügbaren „Global”- oder „DataZone”-Deployment-Optionen begrenzt. Automatisierte Schutzmechanismen markieren Inhalte, die möglicherweise an das Anthropic-Trust-&-Safety-Team weitergeleitet werden; Anthropic-Personal sieht Kundeninhalte nur in Ausnahmefällen. Anthropic selbst formuliert es deckungsgleich: Bei Azure-gehosteten Deployments bleiben Prompts und Completions innerhalb von Azure, nur Nutzungsmetadaten und von den Anthropic-Sicherheitssystemen markierte Inhalte verlassen Azure in Richtung Anthropic.
Bei „Hosted on Anthropic infrastructure” ist das anders: Prompts und Outputs werden auf Anthropic-eigener Infrastruktur verarbeitet, und diese Verarbeitung kann außerhalb von Azure stattfinden - auch außerhalb Ihrer gewählten Azure-Region. Microsoft liefert hier weiterhin Portal, Infrastruktur und Abrechnung, teilt aber Kundenkontakt-, Transaktions- und Nutzungsdaten mit Anthropic für Betrieb und Support.
Eine Klarstellung, die in mehreren älteren Blogbeiträgen fehlt: Dass jeder Claude-Call über Foundry grundsätzlich an Anthropic-Server geroutet wird, unabhängig von der Azure-Region, stammt aus der Preview-Phase. Für „Hosted on Azure”-Deployments ist sie seit GA jedenfalls nicht mehr zutreffend.
Welche Claude-Modelle und Azure-Regionen sind verfügbar?
Auf Azure-Infrastruktur (Hosted on Azure, GA) stehen aktuell vier Modelle zur Verfügung: Claude Opus 5, Claude Opus 4.8, Claude Sonnet 5 und Claude Haiku 4.5 (Stand: August 2026). Wer breiter zugreifen möchte - inklusive älterer Modellversionen und Preview-Modellen wie Fable - muss dafür „Hosted on Anthropic” wählen; dort ist das Angebot deutlich größer.
Für Deployment-Typen gilt bei Claude eine wichtige Einschränkung gegenüber Azure OpenAI: Es gibt weder Provisioned- noch Batch- noch klassische Regional-/Standard-Deployments. Nur zwei Typen stehen zur Wahl:
- Global Standard - für alle Claude-Modelle, in beiden Hosting-Varianten verfügbar.
- Data Zone Standard (USA) - ausschließlich für die Azure-gehosteten Versionen von Opus 5, Opus 4.8 und Sonnet 5. Haiku 4.5 ist trotz GA-Status auf Azure nicht für die Data Zone freigegeben (Stand: August 2026).
Für europäische Kunden ist an dieser Stelle Vorsicht geboten: Global Standard lässt sich für Claude in Europa ausschließlich in der Region swedencentral deployen (Stand: August 2026) - nicht in germanywestcentral, westeurope oder francecentral. Das betrifft alle Claude-Modelle in beiden Hosting-Varianten. Was der Deployment-Typ „Global Standard” für den Verarbeitungsort genau bedeutet - und warum die Region allein nichts über EU-Verarbeitung aussagt - , ordnet ein eigener Artikel ein: was Global Standard für die Datenverarbeitung bedeutet.
Ein praktischer Stolperstein, der in Support-Tickets immer wieder auftaucht: Der model-Parameter in der API referenziert den Deployment-Namen, nicht zwangsläufig die Modell-ID - auch wenn beides standardmäßig identisch benannt ist. Wer eigene Deployment-Namen vergibt, sollte das im Blick behalten. Ebenfalls praxisrelevant: Foundry liefert für Claude keine der gewohnten anthropic-ratelimit-*-Header in den Antworten; Rate-Limiting müssen Sie über Azures eigene Monitoring-Werkzeuge im Blick behalten.
Claude Consumption Units: So wird Claude in Foundry abgerechnet
Claude in Microsoft Foundry wird ausschließlich über Claude Consumption Units (CCU) abgerechnet (Stand: August 2026) - ein einziger, konsolidierter Meter im Azure Marketplace, der die früheren Per-Modell-Token-Meter ersetzt. Der CCU-Preis ist fix und wird auf dem Claude-Angebot im Azure Marketplace veröffentlicht; Ihr tatsächlicher Token-Verbrauch wird zunächst zu Anthropics Per-Modell-Token-Sätzen in einen Dollarbetrag umgerechnet und anschließend zum fixen CCU-Preis in CCU konvertiert. Abgerechnet wird stundengenau gemessen, aber monatlich nachträglich in Rechnung gestellt - Pay-as-you-go, ohne vorausbezahlte CCU-Guthaben. CCU ist in USD denominiert; die Umrechnung erfolgt gemäß Ihrem Billing-Account, Steuern berechnet und erhebt Microsoft.
Für Kunden mit Microsoft Azure Consumption Commitment (MACC) ist die zentrale gute Nachricht: Der CCU-Meter ist MACC-fähig. Der Verbrauch wird über die reguläre Azure-Rechnung von Microsoft abgerechnet und mindert Ihr MACC genauso wie jeder andere Azure-Marketplace-Verbrauch - anders als CCU, die über andere Cloud-Anbieter abgerechnet wird. Verhandelte Rabatte laufen über Azure-Marketplace-Private-Offers und greifen bereits beim Token-zu-CCU-Umrechnungsschritt, nicht als separate Rechnungsposition.
Ein Punkt, der bei der Kostenkontrolle unterschätzt wird: Azure Cost Management zeigt Claude-Kosten nur aggregiert unter dem CCU-Meter, nicht nach Modell aufgeschlüsselt. Eine Detailansicht pro Modell gibt es nur im Foundry-Portal selbst (Monitor-Tab) - und selbst diese Schätzung berücksichtigt keine Private-Offer-Rabatte. Wer granulares Chargeback zwischen Teams oder Projekten benötigt, muss das aktuell selbst nachbauen.
Der Kaufprozess läuft über ein Abonnement des Angebots „Claude Platform on Foundry” im Azure Marketplace oder direkt im Foundry-Portal, das auf Ihrem Azure-Billing-Account akzeptiert werden muss, bevor Sie ein Modell deployen können. Die dafür nötigen Berechtigungen (u. a. Microsoft.MarketplaceOrdering/agreements/offers/plans/read und .../plans/sign/action) sind mit den Rollen Owner oder Contributor auf der Subscription abgedeckt. Falls Sie bereits vor der CCU-Umstellung ein Claude-Deployment betrieben haben: Bestehende Deployments werden nicht zwangsmigriert und laufen unverändert auf ihrem bisherigen Per-Modell-Plan weiter - für CCU-Abrechnung müssen Sie ein neues Deployment anlegen.
Was (noch) nicht geht: EU Data Zone, Content-Filter, CSP
Ehrlich eingeordnet gehören diese drei Punkte in jede Entscheidungsgrundlage, bevor Sie mit Claude in Foundry planen:
1. Keine EU Data Zone für Claude. Die Data-Zone-Standard-Verfügbarkeit für Claude beschränkt sich derzeit auf die USA. In der offiziellen Regionsmatrix ist die Data Zone für Europa, Asia Pacific sowie Middle East & Africa als „Not available” gelistet (Stand: August 2026). Und wie oben beschrieben: Auch das einzig verfügbare Global-Standard-Deployment in Europa (swedencentral) bedeutet keine EU-Datenresidenz-Zusage - Global-Deployments dürfen laut Microsoft in jeder Azure-Region der Welt verarbeitet werden. Wer für Claude-Workloads eine belastbare EU-Verarbeitungszusage braucht, bekommt sie über Foundry heute nicht.
2. Keine eingebauten Content-Filter für Claude. Anders als bei Azure OpenAI stellt Foundry für Claude-Modelle zum Deployment-Zeitpunkt keine eigene Content-Filterung bereit (Stand: August 2026). Stattdessen kommen ausschließlich Anthropics eigene Safety-Systeme zum Einsatz. Wer die aus Azure OpenAI gewohnte Content-Safety-Konfiguration (Severity-Level, „Modified Content Filters” per Antrag) für Governance-Zwecke braucht, muss Azure AI Content Safety selbst vor- oder nachschalten.
3. CSP-Subscriptions sind ausgeschlossen. Neben Free-Trial-, Studenten- und reinen Credit-Subscriptions sowie Enterprise-Accounts mit Sitz in Südkorea gehören Cloud Solution Provider (CSP) Subscriptions zu den nicht unterstützten Subscription-Typen. Das trifft gerade den Mittelstand, wo Azure häufig über CSP-Partner bezogen wird. Wer Azure ausschließlich über einen CSP bezieht, kann Claude in Microsoft Foundry aktuell schlicht nicht kaufen - unabhängig davon, wie gut die restlichen Rahmenbedingungen passen würden.
Ergänzend, aber vertretbar: Einige Anthropic-eigene Funktionen sind bei „Hosted on Azure” nicht verfügbar (Stand: August 2026), etwa die Files API, Agent Skills und der MCP-Connector - diese stehen ausschließlich bei „Hosted on Anthropic” zur Verfügung. Ebenfalls in beiden Hosting-Varianten nicht unterstützt: Admin API, Advisor Tool, Claude Managed Agents, Compliance API, Models API, Message Batches API und Server-side Fallback.
Ausblick: Foundry in Europe - Coming 2026
Auf Anthropics eigener Compliance-Übersichtsseite ist die Zeile für Microsoft Foundry eindeutig (Stand: August 2026): Für die USA ist die Verfügbarkeit dokumentiert, für Europa, Kanada und Asien-Pazifik steht dort nur „Coming 2026” - ohne konkretes Datum. Weder Microsoft Learn noch die GA-Ankündigung selbst nennen einen Termin für eine EU Data Zone für Claude in Foundry.
Für Unternehmen, die heute schon eine belastbare EU-Residenzzusage für Claude-Workloads brauchen, bedeutet das: Foundry ist aktuell nicht der richtige Weg, egal wie attraktiv MACC-Anrechnung und konsolidierte Abrechnung sonst sind. Welche Alternativen es dafür gibt und wie sie sich im Detail unterscheiden, ordnen wir in einem eigenen Artikel ein: Claude DSGVO-konform betreiben.
Für wen lohnt sich der Einstieg jetzt - und wer sollte warten?
Jetzt einsteigen lohnt sich, wenn Sie ohnehin schon einen direkten Azure-Vertrag (Enterprise Agreement oder MCA-E) mit MACC-Verpflichtung haben, keine harte EU-Verarbeitungszusage für die konkreten Claude-Workloads benötigen und von der konsolidierten Abrechnung über eine bestehende Azure-Rechnung profitieren wollen. Auch wer bereits produktiv mit der Anthropic-Messages-API arbeitet und primär Sonnet 5, Opus 5, Opus 4.8 oder Haiku 4.5 nutzt, bekommt mit GA eine deutlich robustere Grundlage als in der Preview-Phase.
Warten sollte, wer Azure ausschließlich über einen CSP-Partner bezieht - hier fehlt aktuell schlicht die Kaufmöglichkeit. Ebenso, wer für Claude-spezifische Workloads eine dokumentierte EU-Datenresidenz braucht: Das liefert Foundry heute nicht, unabhängig von Region oder Deployment-Typ. Und schließlich alle, die auf Anthropic-Funktionen wie Files API, MCP-Connector oder Agent Skills angewiesen sind - dafür bräuchten Sie „Hosted on Anthropic”, womit ein Teil der Azure-nativen Vorteile wieder entfällt.
Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrer bestehenden Azure-Umgebung und Ihren Datenschutz-Anforderungen passt, ist das eine Frage, die sich in einem kurzen Gespräch klären lässt, bevor Sie ein Deployment aufsetzen.
Häufige Fragen zu Claude in Microsoft Foundry
Läuft Claude in Microsoft Foundry auf Azure oder auf Anthropic-Servern?
Beides ist möglich, Sie wählen es beim Deployment. „Hosted on Azure” verarbeitet Prompts und Outputs auf Azure-Infrastruktur in Ihrer gewählten Region. „Hosted on Anthropic infrastructure” verarbeitet sie auf Anthropics eigener Infrastruktur, unabhängig von der Azure-Region. In beiden Fällen bleibt Anthropic Ihr Datenverarbeiter.
Ist Claude in Microsoft Foundry DSGVO-konform?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten - es hängt von Ihrer gewählten Hosting-Variante, der Datenkategorie und Ihren vertraglichen Grundlagen mit Anthropic ab. Fest steht: In beiden Hosting-Varianten ist Anthropic, nicht Microsoft, Ihr Datenverarbeiter. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung; eine vertiefte Einordnung folgt im Pillar-Artikel.
Kann ich Claude in Microsoft Foundry über CSP kaufen?
Nein. Cloud Solution Provider (CSP)-Subscriptions gehören zu den explizit nicht unterstützten Subscription-Typen; unterstützt sind unter anderem Enterprise-Agreement- und MCA-E-Subscriptions (Stand: August 2026).
Wie wird Claude in Microsoft Foundry abgerechnet?
Über Claude Consumption Units (CCU) - ein einziger, konsolidierter Meter im Azure Marketplace, der die früheren Per-Modell-Token-Meter ersetzt. Abgerechnet wird stundengenau gemessen, aber monatlich nachträglich, und der CCU-Meter ist MACC-fähig.
In welchen Regionen ist Claude in Azure verfügbar?
Für Europa aktuell nur swedencentral, und dort ausschließlich als Global-Standard-Deployment (Stand: August 2026). Das bedeutet keine EU-Verarbeitungszusage: Global-Deployments dürfen laut Microsoft in jeder Azure-Region der Welt verarbeitet werden.
Gibt es für Claude in Microsoft Foundry eine EU Data Zone?
Nein, aktuell nicht. Anthropics eigene Compliance-Übersicht führt Europa für Microsoft Foundry lediglich als „Coming 2026” - ohne konkretes Datum. Welche Alternativen es für EU-Datenresidenz heute gibt, ordnet der Pillar-Artikel ein.
Gibt es einen Content-Filter wie bei Azure OpenAI?
Nein. Foundry stellt für Claude-Modelle keine eigene Content-Filterung bereit; es kommen ausschließlich Anthropics eigene Safety-Systeme zum Einsatz.
Fazit
Claude in Microsoft Foundry ist mit dem GA-Release vom 29.06.2026 vom Preview-Versprechen zum tatsächlichen Azure-nativen Betrieb geworden - inklusive konsolidierter CCU-Abrechnung, MACC-Anrechnung und einer klareren Datenverarbeitungslogik als in der Preview-Phase. Wer bereits fest im Azure-Ökosystem verankert ist und keine harte EU-Residenzanforderung für die konkreten Claude-Workloads hat, findet hier eine praktikable Grundlage. CSP-Kunden, Unternehmen mit strikten EU-Verarbeitungsanforderungen und Teams, die auf bestimmte Anthropic-Funktionen angewiesen sind, sollten die aktuellen Einschränkungen jedoch nicht als Kleingedrucktes behandeln, sondern als Entscheidungskriterium vorab prüfen.
Quellen (Stand: August 2026):
- https://azure.microsoft.com/en-us/blog/claude-in-microsoft-foundry-is-now-generally-available/
- https://learn.microsoft.com/azure/foundry/foundry-models/concepts/claude-models
- https://learn.microsoft.com/azure/foundry/foundry-models/concepts/claude-models-hosting-comparison
- https://learn.microsoft.com/azure/foundry/foundry-models/concepts/claude-models-billing
- https://learn.microsoft.com/azure/foundry/responsible-ai/claude-models/data-privacy
- https://learn.microsoft.com/azure/foundry/foundry-models/concepts/models-from-partners
- https://learn.microsoft.com/azure/foundry/foundry-models/concepts/deployment-types
- https://platform.claude.com/docs/en/build-with-claude/claude-in-microsoft-foundry
- https://claude.com/regional-compliance
- https://www.anthropic.com/news/claude-in-microsoft-foundry